Meine pädagogische Arbeit

Meine pädagogische Arbeit orientiert sich grundsätzlich an den Bedürfnissen der Kinder. In einer Atmosphäre von Vertrauen, Geborgenheit und Wertschätzung gebe ich den Kindern die Möglichkeit sich in ihrer Persönlichkeit frei zu entfalten. In meiner praktischen Arbeit verbinde ich unterschiedliche Ansätze und Methoden. Die Grundlagen meiner pädagogischen Arbeit  orientiert sich dabei an der Reggio-Pädagogik, Naturpädagogik, Montessori-Pädagogik und den Betreuungsprinzipien von Emmi Pikler. Damit Kinder sich geistig und körperlich optimal entwickeln, ist es Aufgabe der Erwachsenen, ihre Bedürfnisse zu beobachten, zu erkennen sowie ihnen eine ihrer Entwicklung entsprechende Umgebung zu schaffen. 

 

Mein Ziel ist es, dem Kind die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit zu ermöglichen. Jedes Kind braucht in seiner Individualität deshalb auch eine individuelle Begleitung. Kinder lernen in den ersten Lebensjahren durch Nachahmung, weswegen sie Erwachsene brauchen, die in ihrem Tun und ihrem Verhalten vorbildhaft sind. Jedes Kind darf in seinem eigenen Tempo vorangehen. Die Kinder lernen durch Nachahmung sowie Rhythmus und Wiederholung, was sich besonders in unserem Tagesablauf und im Jahreszeitenwechsel widerspiegelt 

 

Freispiel

Entsprechend ihres Entwicklungs- und Erfahrungsstandes biete ich den Kindern durch verschiedene Anreize eine „vorbereitete Umgebung“ in der sie ins freie Spielen kommen. Sie lernen durch das aktive und selbstbestimmte Spiel und erfahren und begreifen dabei ihre Umwelt. Das Freispiel wird immer von uns begleitet, da die sehr kleinen Kinder die aufkommenden Konfliktsituationen kaum oder gar nicht allein lösen können. Das Freispiel findet deshalb immer unter unserer Beobachtung und Begleitung statt

 

Bewegung

Bewegung ist für eine gesunde Entwicklung der Kinder unabdingbar. Bewegung ist nicht nur für die körperliche und seelische Gesundheit förderlich, sondern auch zum Kennenlernen des eigenen Körpers. Außerdem erfordert Denken Nervenverbindungen im Gehirn. Diese Verbindungen entstehen während der ersten Lebensjahre durch Bewegung.

In unseren Räumen schaffen wir deshalb verschiedene Raumebenen, Klettermöglichkeiten und Freiflächen, um den Kindern Raum zur Bewegung zu ermöglichen.

Wir gehen außerdem täglich raus in die Natur damit die Kinder Bewegung und frische Luft bekommen. Bewegung baut Stress ab was gerade an langen Betreuungstagen den Kindern Entspannung verschafft.

 

Religiöse Bildung 

Ich sehe mich als verständnisvolle Partnerin der Kinder in ihrem Philosophieren und Theologisieren über Gott und die Welt. Kinder stellen uns immer wieder vor Herausforderungen auch was ihre Frage über die Welt angeht. Ich versuche den Kindern ihre Fragen zu beantworten oder mache mich mit ihnen gemeinsam auf den Weg die Antworten zu finden. Es ist auch eine wichtige Lektion für Kinder, dass die Erwachsenen nicht immer alles wissen.

Bei mir haben Kinder aus jeder Nationalität und aus jeder Konfession einen Platz. 

Im Jahreslauf orientiere ich mich jedoch an den christlichen Festen wie z.B. Weihnachten, Nikolaus und Ostern und zelebriere diese auch mit den Kindern und versuche altersgerecht die Hintergründe der Feste zu erklären.

Ich freue mich wenn ich auch Kinder mit anderer Konfession aufnehmen kann und wir dies in unseren Jahreslauf integrieren und dazu lernen dürfen.

 

Natur

Indem wir mit den Kindern viel draußen sind zum Spielen, Werkeln und Erforschen nähern sich die Kinder der Natur an und können sich als Teil von ihr erleben. Das ist Voraussetzung dafür auch Verantwortung für die Natur übernehmen zu wollen. Die Natur stellt uns alles unbegrenzt zur Verfügung, das für das Lernen in diesem Alter nötig ist. Für das Kennen lernen des eigenen Körpers und das Üben der Koordination, Geschicklichkeit, des Gleichgewichts- und Tastsinns bietet die Beschaffenheit des Gartens alle Grundlagen des Lernens. Das Spüren von Nässe, Kälte, Wärme, Matschboden, trockenem Sand etc. ermöglicht dem Kind ein reiches Erleben. Die Grundannahme des Kindes ist: Mir gehört die Welt, ich bin Teil eines großen Ganzen, es gibt keine Begrenzung für meine Erfahrungswünsche. Jede Begrenzung führt unweigerlich zu einer Art Schmerzerleben in diesem Alter. Schon die Begrenzung eines Raumes mit seinen Wänden und „Anstoßgegenständen“ engt die vom Kind gewünschte und sinnvolle Erfahrungsmöglichkeit ein. Daraus folgt, dass ein Kind in der Natur, die ihm gemäße Umgebung für seine Lernmotivation hat. 

 

Musisch-künstlerische Bildung

Durch musikalische und künstlerische Angebote werden die Sinne der Kinder vielseitig angesprochen. Wir begleiten viele unserer Rituale im Alltag musikalisch und auch der Morgenkreis lebt von Liedern und gemeinsamer Musik.  Unsere Angebote im Bereich Musik und Rhythmus fördern die auditive Wahrnehmung und auch die Grob- und Feinmotorik werden dabei gefördert. 

Die Kinder machen bei uns vielfältige, kreative Erfahrungen mit unterschiedlichen Materialien. Beim Kneten, Matschen und Malen drücken die Kinder ihre Wahrnehmungen, Ordnungen, Gefühle, Ideen und Gedanken aus. 

 

Gesundheitsförderung

In der Pädagogik Emmi Piklers gilt es grundsätzlich, „die Würde des kleinen Kindes zu achten.“ (Emmi Pikler) Ganz wesentlich ist die Pflege des Kindes (Wickeln, Anziehen, Essen geben). Hier geht es um das „Zusammensein“ von Erwachsenen und Kindern. Der Erwachsene übernimmt die Verantwortung dafür, dass alles, was geschieht, in gutem Einvernehmen, mit Ruhe und Achtsamkeit abläuft und stets der Kontakt zum Kind erhalten ist.

Zum Schutz der gesamten Kindergruppe und der Betreuungskräfte werden keine kranken Kinder betreut. Kinder mit Infekten kurieren sich zuhause aus und besuchen die Einrichtung erst wieder bei vollkommener Genesung und mindestens 24h fieberfrei und symptomfrei. Bei Magen-Darm-Erkrankungen dürfen die Kinder erst nach 48h symptomfrei die Einrichtung wieder besuchen.

Ein zahnendes Kind mit grippalen Symptomen muss ebenso daheim bleiben da die Zähne diese Symptome nicht verursachen. Zahnende Kinder sind anfälliger für Infekte bzw. wird durch die verstärkte Durchblutung des Zahnfleisches aufgrund der erhöhten Körpertemperatur das Wachstum der Zähne angeregt. 

 

 

Grenzen und Bedürfnisse

Weil Kinder Halt, Sicherheit und Schutz suchen, machen sie so lange auf sich aufmerksam, bis ihr Bedürfnis danach gestillt wird. Wenn wir angemessen auf Sie reagieren, fühlen sie sich ernst genommen. Kindern Grenzen zu setzen, bedeutet also auch Sie zu achten und als Mitmenschen anzusehen. Klare Grenzen ermöglichen es Kindern, das Gefühl der sozialen Zugehörigkeit zu erfahren und ihre Rolle in einer Gruppe zu finden. Kinderspielen auch mit ihren eigenen Fähigkeiten. Sie suchen ihre Leistungsgrenzen und versuchen Herausforderungen zu bestehen. Dadurch können sie ihr Selbstwertgefühl stärken. Wenn sie Grenzen überschreiten, möchten sie neues Terrain erkunden und ihre Fertigkeiten austesten. Können sie dabei Grenzen erspüren und erfühlen, erhalten sie körperliche Erfahrung. 

Grenzerfahrungen und Grenzüberschreitungen gehören zur normalen Entwicklung. Wenn Kinder uns herausfordern, dann nicht, weil sie uns «eins auswischen» wollen. Vielmehr drücken sie damit ihr Bedürfnis nach Sicherheit und Geborgenheit aus.  

 

Sprache

Nach den Lautbildungen in den ersten Lebensmonaten entwickelt das Kind kräftige Stimmlaute. Erst durch das Vorbild, das heißt dadurch, dass in der Umgebung des Kindes gesprochen wird, kommt das Kind allmählich in das Sprechen hinein. Wir nutzen aber auch unsere Hände in der frühen Kommunikation und setzen diese zur Verständigung ein.

Denn schon früh kommunizieren Babys mit uns auf viele unterschiedliche Arten und Weisen. Wir müssen nicht auf erste Worte warten, bis wir uns mit einem Baby „unterhalten“ können. Winkt ein Kind, so winken wir lächelnd zurück. Weint es, so wenden wir uns mit einem fürsorglichen Blick dem Kind zu. Zeigt ein kleines Kind in eine bestimmte Richtung, schauen wir hinterher und versuchen zu verstehen, was es meint. 

Das Sprechen lernen bedarf normalerweise keiner Übungseinheiten. Sprache will immer etwas Unmittelbares ausdrücken und dient als „Brückenbau“ von Mensch zu Mensch. Alle Stimmungen und Gefühle des Menschen schwingen in dem Gesprochenen mit. Ein gutes Vorbild, ein reicher Wortschatz, eine visuelle Untermalung durch Gebärden, ein deutliches und von freudiger Stimmung durchdrungenes Sprechen ist für das Sprechen lernen von unschätzbarem Wert. Besonders wohltuend für die Kleinen sind Reime, rhythmische Sprüche und Lieder. Diese durchziehen den ganzen Gruppenalltag und werden immer wieder von Gebärden begleitet.

Der Sprachfluss des Kleinkindes sollte nicht unterbrochen werden, insbesondere nicht durch das Korrigieren falsch ausgesprochener Worte – es übt ja noch! Sich dem Kinde zuwenden, aufmerksam lauschen, einfache und deutliche Antworten geben und durch Erzähl- und Liedgut die Freude am Sprachklang und an eigenen Ausdrucksmöglichkeiten wecken. 



Partizipation

Lebendige Pädagogik lebt von vielseitiger Partizipation. Kinder, die selbst- und mitbestimmen dürfen, sind aktive Bildungspartner. Grundsätzlich geht es darum, dass Kind als eigenständiges individuelles Subjekt zu betrachten, dass ein Recht darauf hat an Entscheidungen, die es selbst betreffen, beteiligt zu werden. Auch einem Säugling ist mit Respekt zu begegnen und es ist im Alltag ein Zugang zu demokratischen Prozessen und Teilhabe zu gewähren. Diese Rechte beginnen nicht erst ab 3 Jahren, sondern es liegt an uns geeignete Wege zu finden, Jungen und Mädchen schon unter 3 Jahren Möglichkeiten zum Mitbestimmen zu bieten. Kleinstkinder müssen also nicht zwangsläufig einen Klebepunkt für die Auswahl der neuen Raumdekoration oder für das Mittagessen am nächsten Tag vergeben. Aber wie sieht es aus, wenn er oder sie gerade mal nicht auf den Arm möchte? Wenn er oder sie nicht von uns gewickelt werden möchte sondern lieber von einer der anderen Erzieherinnen.  So können auch schon die Kleinsten mitbestimmen. Wir müssen uns also immer wieder fragen: Wo sollen die Kinder beteiligt sein? Welche Mitbestimmungsrechte werden ihnen eingeräumt? Wo dürfen sie nicht mitbestimmen?

Wo und wie können Kinder mitentscheiden und ihre Interessen äußern? Wie können Beteiligungsverfahren angemessen und altersgerecht gestaltet werden? Was gehört zu einer wertschätzenden Interaktion und Kommunikation?



Bindung und Beziehung

„Bindung kommt vor Bildung“: Dieser Leitsatz hat Priorität für uns Pädagogen in der Arbeit mit den Kleinsten, trifft allerdings auf Kinder jeden Alters zu: Die Kinder benötigen eine stabile und verlässliche Beziehung zum Erwachsenen und wollen in ihren Bedürfnissen wahrgenommen und respektiert werden. Kinder sind somit frei, ihre Umgebung zu erkunden, tätig zu werden, aktiv und selbstbestimmt zu lernen. Damit einhergehend verstärken sich eigene Initiative, von innen geleiteter Motivation und tiefes Interesse. Die Erfahrungen des Selber-Tuns und Selber-Könnens bringen Freude am eigenen Tun mit sich; in Verbindung damit entwickeln sich Vertrauen in die eigene Wirksamkeit und in die eigenen Kompetenzen, Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen. 

 

Basiskompetenzen

Da wir Kinder unter 3 Jahren betreuen, stehen die sogenannten „Basiskompetenzen“ besonders im Mittelpunkt unserer Arbeit. Der Kindergarten sowie die Schule können dann auf diesen Grundlagen aufbauen, weiter differenzieren und sie vervollkommnen. Grundlage für diese Kompetenzen bilden die vier Werte von Jesper Juul: Gleichwürdigkeit, Authentizität, Integrität und Verantwortung

 

Gleichwürdigkeit

Für uns bedeutet die Gleichwürdigkeit in der Beziehung zu unseren Betreuungskindern: Verständnis für sie zu haben und das alle Menschen von gleichem Wert sind, egal in welchem Alter sie sind oder welcher Nationalität sie angehören. Die Kinder so zu akzeptieren, wie sie sind und ihre Würde und Integrität zu respektieren. Die Gleichwürdigkeit bedeutet nicht Gleichheit. Auch wenn wir den Kindern gegenüber gleichwürdig sind, so sind wir nicht gleich, denn wir tragen die Verantwortung für das Wohlergehen der Kinder. Wir wollen den Kindern auf Augenhöhe begegnen und sie nicht als unmündiges Kind behandeln, sondern als einen vollwertigen Menschen ansehen.

 

Authentizität

 

„Authentizität oder die Fähigkeit, die Person zu sein, die man wirklich ist, um auch andere in ihrer Einmaligkeit wahrnehmen zu können.“ (Jesper Juul)

 

Echt und wahrhaftig zu sein heißt, dem Kind eine echte, persönliche Rückmeldung für sein Handeln zugeben, indem man sagt: „Das gefällt mir!“, „Das gefällt mir nicht!“, „Das mag ich!“ oder „Das mag ich nicht!“ Unser Handeln sollte authentisch sein, dann fühlt sich das für uns selbst und für die Kinder ganz anders an, als wenn wir Rollen spielen, z. B. der verständnisvolle oder konsequente Pädagoge, obwohl wir vielleicht keine Lust haben oder genervt sind. Es ist wichtig, dass wir so sind, wie wir sind. 

Wir müssen unsere eigene Persönlichkeit vertreten und den Kindern jeden Tag mit Liebe und Wohlwollen entgegentreten, die Kinder entdecken und akzeptieren. 

 

Integrität

 

„Integrität heißt, zu sich selbst Ja sagen – und auch mal Nein zu Wünschen anderer.“
(Jesper Juul)

 

Wenn man seine eigene Persönlichkeit akzeptieren kann, so stimmen unser Leben und unsere Werte überein. Ich sage: „Nein“, wenn ich es meine und ich sage: “Ja“, wenn ich es möchte und nicht, wenn andere es von mir erwarten. Integrität in einer Kita bedeutet, dass die psychische und physische Unversehrtheit aller Kitamitglieder gewahrt wird. Dies liegt nicht nur im Interesse der Schwächeren, sondern im Interesse aller, da eine Gruppe nur so stark ist wie ihr schwächstes Glied. Das Verhalten der Kinder ist ihr persönlicher Ausdruck dafür, wie es ihnen mit sich selbst geht, wie sie in ihrer Familie, in der Kindertagesstätte zu Recht kommen. 

Eine gute Beziehung zueinander, hat nichts damit zu tun, beliebt zu sein. Ein „Nein“ zu akzeptieren bedeutet: ich akzeptiere die Grenzen. Widerworte stärken das Kind, denn es kommt zur Reibung und das Streiten wird geübt. Die Integrität des Kindes wird jedoch dann verletzt, wenn körperliche und geistige Gewalt angewandt wird, wenn Kinder beschimpft und verbal erniedrigt werden oder wenn Kinder beschuldigt und gedemütigt werden. 

 

Verantwortung

 

„Verantwortung müssen immer die Erwachsenen für die Qualität der Beziehung zu ihren Kindern übernehmen.“ (Jesper Juul)

 

Verantwortung beginnt bei jedem selbst, das bedeutet die persönliche Verantwortung für unser eigenes Leben zu übernehmen, für unser Handeln und für unsere Werte. Wir die Pädagogen tragen die Verantwortung für die Qualität unserer Beziehung zu den Kindern. Das bedeutet: Nicht das Kind, das sich partout nicht so verhalten will wie wir uns das Vorstellen ist verantwortlich für eine schwierige Atmosphäre in der Einrichtung, sondern ausschließlich die Erwachsen. Unserer Einstellung nach brauchen Kinder: Vertrauen, Empathie, das Interesse der Bezugspersonen, die bedingungslose Liebe, Widerstand und Anerkennung.